Zurück zu Gedichte

H

[Gesamte Seitenaufrufe 12]

Heidenhöslein

Sah ein Knab‘ sein Höslein stehn,Höslein eines Heiden,War so steif und morgenschön,Lief er schnell es abzustell’n,Dacht an manche Freuden.Hösleins, Hösleins, Hösleins Höh‘,Höslein eines Heiden. Knabe sprach: „Ich streichle dich,Höslein eines Heiden!“Höslein sprach: „‚bespritze dichDas du ewig denkst an mich,Kannst du dies erleiden?“Hösleins, Hösleins, Hösleins Höh‘,Höslein eines Heiden. Und der wilde Knabe kamAufs Höslein eines Heiden;Höslein …

Herzensweisheit

Des Herzens Stimme tönet leise,Diese schöne alte Weise,Welche auch in unsern Tagen,Unsre Seele weiß zu laben. Hattet ihr’s bislang gemieden,Euer Glück aus Glück zu schmieden?Gibt es wirklich nur ein Ziel?Oder derer tausend viel? Halten Götter uns hier unten?Berauscht und lachend ziehen wir trunken,Durch die Welt, die nicht zu fassen,Bis wir unser Leben lassen. [Gesamte Seitenaufrufe …

Herzpochen

Ich liebte dich seit langer ZeitDu wusstest nichts von meinem LeidSo schickte ich dir heimlich RosenTat in Gedanken dich liebkosen Rastlos rast mein Herz für dich!Pochend und auch unheimlich!Es schlägt geschwind – zu Fuß und Pferde!Zieht mich vom Himmel barsch zur Erde! In deinem Herzen wollt‘ ich seinEin Leben lang mit dir alleinZwei Schritt zu …

Hilferuf

Unerfüllte KörperwünscheWecken ungeahnte Traurigkeit;Lieber der Liebe Sklave seinAls Gefangener der steten Lust.Herbeigesehnte HochgefühleÖfter als die MondesphasenDamit die Seele atmen kann.Doch Enttäuschung läßt den Mut rasch sinkenEndet in tiefer LethargieGepaart mit stiller Gleichgültigkeit. Ertragen um des Friedens WillenEin falsches Wort läßt Bäche fließenStatt Besserung – Ausweglosigkeit.Unbefriedigtes Verlangen verdrängtWann bricht es aus? Unterdrückt!Doch nicht verschwunden?! Viele Worte …

Hingabe

Nun nimm denn diese HandZuende ist die SchlachtVerloren sind die KämpfeGeschlagen Tag für TagDie offenen Wunden faulenDer salzig Schweiß tritt einVerdoppeln noch die SchmerzenMein starker Kampfesgeist zerfällt Nur noch ein letztes GebetNur noch ein letztes ErflehenNur noch ein letzter AtemzugUnd das Tor des Himmels öffnet sich Ich lieg‘ im Weh der WeltVon Agonie erfaßtMein flehend …

Hinrichtung

Die Sonne gehet auf – zum letzten mal,Kein Auge zugetan – warum denn auch?Tage zuvor schon die Gewissheit,Lärm, der das Schafott erbaut.Kein Erbarmen! Vergittert Fenster – Tor zur Freiheit,Tod – gesehen durch die Freiheit,Zeit verrinnt, wie kriechend’ Schnecken,Stumme Angst und nahes Ende,Gelassene Verzweiflung suchet Halt,Hände halten – rütteln kalte Gitter.War es wirklich dieses Wert? Freilich …