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Verwehrte Liebe

Mit dem Dolche am Herzen wartest du,
Dein Schafott ist von Blut bald rot,
Zulange hast du schon gelitten,
Vor dir liegt honigsüßer Tod.
Blickst ein letztes mal zurück,
Siehst einen Dämon, als Engel getarnt,
Welcher selbst, mit kalten Händen,
Dir diesen Opferdolch gereiht.
Ein Engel, der so zauberhaft,
Kostet nun deine Lebenskraft.
Der Nebel der Vergangenheit,
Hält mannigfaltig Tore auf,
Die jedoch zeigen all’ das Selbe,
Den Engel deiner Glückseligkeit.
Du liebtest ihn, doch verschmähte er deine Minne,
Gabst ihm Licht, er aber warf seine Dunkelheit
Und nahm dich aus seinem Herzen,
Dir gelang es nicht, deshalb schreist du vor Schmerzen.
Wolltest alles für ihn schaffen,
Überreichtest all dein Geld,
Sollte dich dafür nur lieben,
Tat es jedoch umgekehrt.
Ausgenutzt und lebensmüde,
Stehst du nun vor keiner Wahl,
Denn die Hoffnung auf Erlösung,
Gibt dir Kraft, für deinen Untergang.
Liebe ist nicht nur ein Wort, sie gleichet einem Zaubertrank;
Wahrlich – Liebe ist die Kraft :
Die den Tode schlägt – und Leben schafft.
Gleichwohl was nutzet schon die Liebe, sollt’ sie nicht erwidert sein?
In diesem Falle, wird eben dieser Zaubertrank,
Zu einem Becher voller Gifte,
Der’s Leben nimmt – und Tode schafft.

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